Heute ist irgendwie alles Kacke. Oder: Wenn der Algorithmus wieder „Liefern!“ schreit.
Nix.
Gar nix.
Gähnende Leere im Kopf.
Heute ist Sonntag, und mir fällt partout nichts ein. Nix😅
Ja, ich hab ein kleines Business, und ich liebe es wirklich von Herzen. Und es heißt: 24/7-Arbeiten. Immer und überall. Handy dabei und Tablet dabei. Auch außerhalb der normalen Arbeitszeiten bin ich mit dem Kopf (und dem Herz)einfach ganz oft bei der Arbeit
Das gehört für mich dazu. Weil mein Business mein Baby ist. I love it. Von Herzen!
Lieferservice? Out of order
Aber der Algorithmus sitzt mir dabei ständig im Nacken. Er ist nämlich immer bereit, Druck auszuüben und mir das Gefühl zu geben, ich mache nicht genug:
Liefern. Liefern. Liefern. Liefern. Sonst hast du keine Sichtbarkeit, keinen Traffic und keine Reichweite. Kein gar nix.
Und manchmal denke ich:
Ähm… aber was denn bitte schön? Was soll ich denn bitte immerzu posten und teilen und contenten und whatever???
Ganz ehrlich? Es passiert nicht immer irgendwas, was so spannend wäre, dass ich es unbedingt posten, fotografieren, filmen, schreiben oder in ein Reel quetschen müsste. Es ist sogar ziemlich selten. Und keiner will das 5000. Schälchen reel sehen.
Und während ich in meinem Kopf nach irgendwas suche, was ich teilen könnte, läuft dort ungefähr dieser Film ab:
- „Vielleicht ein Foto von meinem Schreibtisch?“ → Ach nee, Chaos.
- „Vielleicht ein Reel von Schälchen?“ → Joa… hab ich gefühlt schon zwanzigmal gezeigt.
- „Vielleicht ein schöner Spruch?“ → Gibts ja schon so wenige.
- „Vielleicht einfach posten, dass mir nix einfällt?“ → Oh wait… genau das mach ich ja gerade.
Heute ist so ein Tag.
Heute möchte ich einfach mal nichts liefern.
Ich möchte was Schönes machen. Wobei… ich wüsste gerade nicht mal, was das sein könnte. 😄
Ich möchte einfach mal nicht mit dem Kopf bei der Arbeit sein. Nicht diese ständige Präsenz, dieses dauernde „Ich muss zeigen, dass ich da bin, damit der Algorithmus nicht denkt, ich sei den Weg alles Irdischen gegangen.
Wiese und Dosenbier
Aber Kreativität? Gone.
Gone with the Wind.😅 (ehrlich, ich will einfach maximal mit einem kalten Dosenbier in der Hand auf einer Wiese sitzen und NIX denken – ja, ich weiß, Alu ist schlimm..)
Und deshalb glaube ich: Man muss sich Inseln schaffen.
Inseln, auf denen man wieder Kraft tanken kann, Inseln voller Lebensfreude, Inseln, die frischen Input liefern.
Neues erleben. Und ganz ganz viel lachen. Freunde treffen und neue Orte sehen. Oder ganz einfach nur mal wieder Staunen.
Alles, was Fantasie und Kreativität wieder in Gang bringt.
Was bin ich? Wer bin ich?

Ich hab das schon oft mit meinen Schülern gemacht. Gerade in der Pubertät wissen viele gar nicht, was ihnen überhaupt Freude oder Spaß macht oder was sie eigentlich interessiert. Wenn ich gefragt habe: „Was macht dir Spaß oder was interessiert dich?“ – kam ganz oft nur kollektives Schulterzucken oder ein „Keine Ahnung. Nix.“
Deshalb haben wir eine Übung gemacht, die ich bis heute total liebe. Jeder bekam einen Zettel und einen Stift. Oben stand in großen Buchstaben:
(Was wirklich lustig ist: Ich habe letzte Woche schon über dieses „ich mag…“ Thema nachgedacht, weil es so essenziell wichtig ist und zack, als könnte sie Gedanken lesen oder hätte den gleichen Gedanken gehabt- hat auf Instagram eine sehr, sehr nette und liebe Floristin und Hochzeitsplanerin genau so etwas über sich geschrieben. Auch sooo eine schöne Idee, um Kunden zu zeigen, mit wem sie es eigentlich zu tun haben und wie wundervoll der Mensch dahinter mit all seinen Träumen und Gedanken und Interessen ist oder? Ein lieber Freund hat letzte Woche zu mir gesagt: die Mischung macht den Menschen! Und ja genau so ist es. Und diese Mischung lässt sich so wunderschön sichtbar machen mit dieser Übung. Man staunt darüber, was man alles mag ❤️🫶)
Ich mag…
Und darunter sollten sie einfach alles aufschreiben, was sie mögen. Ganz egal, wie klein oder groß. (Die folgende ist nicht meine Liste, bloß irgendeine 🫶)
- Nutella
- Im Regen tanzen
- Laut singen unter der Dusche
- Marienkäfer beobachten
- Durch Margeritenfelder rennen
- Frisch gewaschene Bettwäsche
- Das Geräusch von Gewitter, während man im Bett liegt und es draußen prasselt
- Blätter rascheln hören
- mit dem Hund toben
- Pfefferminz-Tee (oder dein Lieblingstee)
- neue Musik entdecken
- laut lachen
- malen, kritzeln, gestalten
- Blätter pressen
- Kerzenlicht
- Meeresrauschen
- Schallplatten auflegen
- Sternenhimmel anschauen
- Geschichten schreiben
- Postkarten verschicken
- warmen Sommerwind spüren
- ein Buch an einem besonderen Ort lesen
- frisch gemähtes Gras riechen
- Seifenblasen machen
- in der Oper sitzen (oder Kino, Theater…)
- erste Schneeflocken auf der Zunge schmelzen lassen
- Lieblingspulli tragen
- Zimtschnecken backen
- der Klang von Regen auf dem Dach
- Lagerfeuerknistern
- einen alten Brief nochmal lesen
- Blumen auf dem Markt kaufen
- im Café sitzen und Menschen beobachten
- Fotos einkleben
- Gesichter in Wolken erkennen
All diese kleinen Dinge, die einen froh machen. Ich krieg schon allein beim Lesen so einer Liste gute Laune 🥰☀️
Diese Übung ist so simpel – und trotzdem so kraftvoll. Weil sie uns daran erinnert, wie viele schöne Dinge es eigentlich gibt. Dinge, die uns glücklich, zufrieden, lebensfroh machen.
Alsoooo, mein Fazit für heute:
Tu, was dich glücklich macht.
Und falls du gerade nicht weißt, was das ist: Finde es heraus!!!

Viel Spaß dabei :)
Eva
















