Gummibärchen zum Frühstück: Die bittere und trotzdem lustige Wahrheit über das Erwachsensein

Gummibärchen zum Frühstück: Die bittere und trotzdem lustige Wahrheit über das Erwachsensein

Das Projekt „Erwachsensein“: Warum wir alle nur so tun, als hätten wir einen Plan

Erinnerst du dich noch an die Zeit, als „Erwachsensein“ dein wichtigstes und das ultimative Ziel war? In unserer Vorstellung hieß das nämlich: unbegrenzte Gummibärchen- und Chips-Vorräte, drei Tage durchfeiern und die magische Freiheit, alles tun zu können, was wir wollten. Und jetzt, wo wir auf einmal mittendrin sind und wirklich tun könnten, was wir wollen, stellen wir leider fest: Die Gummibärchen gibt es, aber sie kommen oft mit der Erkenntnis daher, dass man am nächsten Morgen einen Termin beim Zahnarzt hat oder zumindest von Bauchweh genervt ist. Und blöde Verantwortung für alles Mögliche kommt auch noch dazu.

Die große Illusion der Perfektion

Meine allergrößte Hoffnung ist aber: niemand weiß so wirklich, was er eigentlich macht. Ihr wisst das alle nicht so wirklich oder? Bitte sagt ja! Wir tragen Kalender mit uns rum, führen To-do-Listen und nicken bei Meetings professionell, während wir uns insgeheim fragen, wann eigentlich die „echten“ Erwachsenen kommen, um die schwierigen Sachen zu entscheiden. Weiß das jemand? Und kann mir jemand bitte einen schicken?

Was ist die Kunst? Kuck dich einfach um: Der Kollege, der im Meeting so total souverän wirkt? Der hat heute Morgen wahrscheinlich auch dreimal auf snooze gedrückt und panisch nach passenden Socken gesucht. Die Nachbarin mit dem perfekt getrimmten Rasen? Die verzweifelt vielleicht gerade an einer komplizierten Betriebskostenabrechnung. Die Erkenntnis, dass die anderen auch nur mit Wasser kochen, ist die größte Erleichterung überhaupt. Wir sitzen alle im selben Boot, das zwar schwimmt, auf dem aber ständig jemand versucht, irgendein verdammtes Leck mit Kaugummi zu stopfen.

Oh Mann, Verantwortung: Ein Berg, kein Abgrund

Ja, so viel Verantwortung kann sich manchmal anfühlen wie ein riesiger Rucksack voller Steine. Kinder, Haus, Miete, Versicherungen, Steuererklärungen und die ewige Frage: „Was koche ich heute Abend?“. Aber der Trick ist, nicht den ganzen Berg auf einmal sehen zu wollen.

Verantwortung bedeutet nicht, dass du dein Leben von heute auf morgen komplett im Griff haben musst. Es bedeutet einfach nur, dass du die nächste kleine Entscheidung triffst. Wenn du mal einen Fehler machst oder eine Frist verpasst, bricht nicht gleich die Welt zusammen. Das gehört zum Lernprozess dazu. Du hast vergessen einzukaufen oder nur Zeug gekauft, aus dem man kein normales Essen kochen kann?

Macht nix, improvisier einfach oder lad dich selber zum Verzeihen zum nächsten Italiener ein.

Oh du fiese Falle namens Prokrastination

Wir kennen es alle: Das Bad müsste geputzt werden, Briefe stapeln sich, Whatsapp-Nachrichten wollen gelesen und beantwortet werden, Versicherungen angerufen, Wäsche gebügelt und und und. Und ganz plötzlich ist das Sortieren von Gewürzen nach Alphabet oder das Anschauen von Dokumentationen über Tiefseefische superüberlebenswichtig. Was natürlich auch so ist, Tiefseefische sind unfassbar faszinierende Geschöpfe.

Und: Prokrastination ist ja meistrens wirklich nur ein Schutzmechanismus vor Aufgaben, die uns viel viel viel zu groß erscheinen (und vor denen wir echt bisschen Respekt haben).

Um nicht an der Aufschieberitis zu verzweifeln, hilft manchmal ein einfacher Trick: Fang einfach an. Klingt blöd, ist aber wirklich so.

Nicht mit dem ganzen Projekt, sondern nur für fünf Minuten. Meistens verliert die Steuererklärung ihren Schrecken, sobald die erste Zahl im Formular steht (I feel you Excel, aber auch für solches Zeug gibt’s großartige Youtube-Videos). Belohne dich für die kleinen Etappensiege, das motiviert mehr als jeder strenge Blick auf dich selbst, ob du das auch erwachsen genug auf die Riehe bekommst. Allerdings dann nicht belohnen mit einer Netflix-Doku über Tiefseefische. Das funktioniert nicht, ich weiß das von einer Freundin ;)

Ich hab oft überlegt, warum meine eigene Mama so viel Zeit hatte für mich, obwohl sie immer gearbeitet hat.. Wieso wir so viel unternommen haben, angesehen, rumgefahren, entdeckt, gelesen, gewerkelt haben, wieso wir Burgen und Museen angesehen haben, in Theatern und Opern waren oder ganze Städte leergekauft. Bis ich irgendwann gemerkt habe: Es lag halt mal Wäsche im Wäschekorb. Oder es wurde schnell gebügelt, was gebraucht wurde. Oder es lagen halt die Kissen einen Tag unaufgeschüttelt auf der Couch. Denn auch das ist Erwachsensein: Prioritäten setzen und den Rest auch einfach mal seinlassen.

Die Balance finden: Das innere Kind behalten

Vielleicht besteht die eigentlich wahre Kunst am Erwachsensein darin, sich ein Stück Albernheit zu bewahren? Wer sagt, dass man als Erwachsener nicht mehr im Regen tanzen, Chips frühstücken (naja, der Cholesterinspiegel sagt das, aber sonst keiner) oder leidenschaftlich über Cartoons diskutieren darf? Die Balance zwischen der notwendigen Ernsthaftigkeit bei wirklich wichtigen Dingen und der Fähigkeit, über die eigene Schusseligkeit zu lachen, macht den Alltag doch wirklich erst lebenswert.. und lustig genug, um alles mit ein bisschen mehr Freude zu erledigen. Und ja.. an manchen Tagen sehe ich mich trotzdem an und überlege, wer mir morgens eigentlich die Schuhe bindet.

Am Ende des Tages ist das Erwachsensein gar kein Ziel, das man erreicht und bei dem man dann „fertig“ ist und einen Pokal gewinnt. Es ist eher so ein ständiges, nerviges, oft superchaotisches Experiment. Und solange wir ab und zu über die Absurdität unseres Daseins und mancher unserer Entscheidungen lachen können, sind wir auf einem verdammt guten Weg. Ich gehe jetzt eine Doku über Bäume kucken, sonst müsste ich die Steuererklärung machen… und darauf hab ich gerade mal so gar keine Lust. Das muss drin sein ;)

Eva

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Eva

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Ursprünglich war der Blog als kleines Extra gedacht – als Begleiter zu meinem Shop, eigentlich nur als Blick hinter die Kulissen meiner Arbeit. Ein Ort für Geschichten aus dem Studio, Einblicke ins Töpferhandwerk, Tipps zur Dekoration mit handgemachter Keramik und kleine Styling-Ideen für Hochzeiten, Feste und Herzensmomente.

Aber wie das so ist mit Herzensdingen: Sie wachsen, wenn man sie lässt.

Mittlerweile ist on an appletree mehr als nur ein Werkstatt-Tagebuch. Hier gibt es Gedanken über den Alltag als small business owner, Erlebnisse mit Kund*innen, kleine Zwischenrufe aus der Kategorie Zwischentöne – für alles, was sich zwischen den Zeilen abspielt: zwischen Beruf und Berufung, zwischen Kreativität und Kapitalismus, zwischen Überforderung und Euphorie.

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