Erdung, Ruhe und wahre, echte Stärke: Warum du so dringend Zeit für dich brauchst und vor allem die richtigen Menschen um dich herum. Wieso echte Interessen wichtig sind und warum Stärke heißt, auch mal schwach sein zu dürfen.
Erdung finden
Mir geht das oft so in den letzten Monaten und wenn ich mit Freunden rede, ist es fast überall das gleiche: Es gibt solche Tage, da verlierst du dich so komplett im Lärm. Die Welt dreht sich viel schneller, als du Schritt halten kannst und willst, alle um dich herum sind zu laut, zu nah, wollen zu viel und alles zu schnell von dir.
Das sind solche Momente, in denen du einfach nur Erdung willst. Irgendsoein ganz lautes Stop.
Erdung heißt, wieder Kontakt aufzunehmen mit dem, was dir Ruhe gibt, dich runterholt, atmen lässt, was dir so viel Kraft gibt, mit deinen eigenen Wurzeln, mit diesem wunderschönen, großartigen Gefühl, barfuß über Gras zu laufen, die warme Sonne im Gesicht, ein Lachen auf den Lippen, mit Wind im Haar und auf der Haut.
Es sind diese wirklich kleinen Momente, die so gar nichts fordern und dich komplett zurückholen ins Jetzt. Vielleicht alleine. Vielleicht mit jemandem, der dir guttut und deine Ruhe teilt.
Wahre Interessen als Kompass
Manchmal vergess‘ ich, was mir wirklich wichtig ist. Ich laufe irgendwelche Wege, die eigentlich so gar nicht meine sind, weil Erwartungen mich antreiben oder der Alltag mich schiebt, mein Pflichtgefühl, mein Verantwortungsbewusstsein, meine Erwartung an mich selbst vielleicht auch, alles leisten und alles schaffen zu müssen.

Aber meine echten Interessen sprechen dann manchmal so eine ganz andere Sprache. Sie flüstern (manchmal echt ziemlich laut und eindringlich), zeigen mir, was wirklich von Bedeutung ist und ziehen mich behutsam, aber mit großer Kraft zu Dingen, die ich nicht nur für andere tun muss, sondern für meine Speicher:
Das Buch, das mich komplett fesselt und ganz und gar verschluckt, das tiefe Gespräch, das mich vergessen lässt, wo ich bin, der Spaziergang, der meine Gedanken ordnet, den Kopf freidenkt und mir mein Lachen zurückbringt. Die Stunden, in denen ich mit den Händen etwas erschaffe. All das ist wie ein ganz eigener, innerer Kompass, der mich wieder zu mir selbst führt. Unbezahlbar.
Ruhe muss nicht unbedingt zwangsläufig Stille bedeuten. Manchmal bedeutet Ruhe auch laute Musik oder gute Gespräche. . Dinge, die Gänsehaut machen, dich wieder fühlen lassen und dich wieder bei dir selbst ankommen lassen.

Die Wahrheit von Stärke
Vielleicht hast du mal gedacht, dass stark zu sein bedeutet, alles im Griff zu haben, keine Schwäche zu zeigen, kein Zögern? Das hat man halt meiner Generation so beigebracht (Ein Indianer kennt keinen Schmerz oder?) . Aber ich glaube, wahre Stärke trägt doch eigentlich noch ein ganz anderes Gesicht oder?
Wirklich stark bist du doch vor allem auch dann, wenn du dir erlaubst, auch mal schwach zu sein.
Wenn du müde bist, wenn du mal zweifelst, wenn du einen Rat oder Zuspruch brauchst. Denn genau an dem Punkt, wo du das ehrlich zeigst, liegt deine allergrößte Kraft.
Die ist eigentlich leise, sie ist ganz brutal ehrlich und sie braucht keine Masken, sondern nur Menschen, bei denen das ganz und gar ohne Urteil möglich ist. Die sind selten, aber es gibt sie.
Menschen, die wie Urlaub sind
Denn es gibt diese Menschen, die dich genau das spüren lassen. Sie fühlen sich an wie Ankommen, es sind Menschen, die nicht laut und dauerpräsent und fordernd sein müssen, um da zu sein. Die kein Geltungsbedürfnis haben, keine ständige, große Bühne oder Bestätigung brauchen oder Druck ausüben, um zu bekommen, was sie wollen.
Neben ihnen atmest du leichter. Sie schenken dir das Gefühl von Zuhause, selbst wenn du ganz, ganz weit weg in Gedanken, Seele und Herz bist. Sie bringen dir Leichtigkeit zurück, lassen dich langsamer werden, ohne dass du es merkst.
Solche Menschen sind ein Geschenk. Das sind die, die einfach bleiben, wenn du schweigst. Die, die dich dran erinnern, dass Nähe gar nicht irgendwie auffällig sein muss, sondern unauffällig und selbstverständlich. Sie sind wie ein sehr, sehr sicherer Hafen, an dem du immer wieder landen darfst, ohne erklären zu müssen, warum (übrigens auch die, bei denen du dich mal wie ein Idiot benehmen kannst und die trotzdem ok damit sind).
Und manchmal sind das nicht nur Menschen, die dir dieses Gefühl geben. Wenn mir die Welt zu laut wird, gehe ich raus mit meinen Hunden. In den Wald, über Wiesen, ans Wasser. Dort, wo ganz, ganz viel pure Stille wohnt und das Leben im eigenen Takt läuft. Wenn ich sehe, wie sie mit großem Lachen im Gesicht und ihren wehenden Ohren mit purer Lebensfreude die Welt entdecken, wie sie rennen, schnuppern, springen, dann erinnert mich das daran, was wirklich zählt: Glück im ganz einfachen Moment. Einfach mal nur sein. Und ein ganz schön großes Lächeln auf den Lippen, weil das Leben gerade echt und genug ist und ziemlich angenehm.

Die Momente sind Urlaub für die Seele. Und sie zeigen mir: Man braucht ja irgendwie gar nicht viel, um bei sich anzukommen, nur so ein Stück Natur, ganz ehrliche Nähe und Augenblicke, die nicht präsenter sein müssen, als sie sind.
Und für dich?
Deshalb ist das so wichtig: Du darfst mal stehen bleiben. Du darfst tatsächlich echt leise werden in einer Welt, die dir viel zu laut ist. Ruhe ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Durchatmen ist kein Stillstand, sondern deine Kraftquelle. Dann beginntdeine echte Stärke genau an dem Punkt, wo du dich nicht mehr verstellst, sondern dich selbst mit offenen Armen empfängst und zwar mit allem, was dich ausmacht:
mit deinen Lichtern, vor allem aber mit deinen Schatten, deiner Sehnsucht nach Stille und deinem Mut zum Lachen.
Eva







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