Klärende Gespräche: Die Kraft des reinigenden Gewitters

Klärende Gespräche: Die Kraft des reinigenden Gewitters

Warum ich Gewitter liebe, in der Natur und im Leben

Während andere die Fenster verbarrikadieren und sich im Haus verkriechen, zieht es mich schon immer nach draußen. Schon als Kind bin ich beim ersten fernen Grollen vor die Tür gerannt, um den Himmel zu beobachten. Diese ganz spezielle, ganz außergewöhnliche Stimmung und das Licht und die Wolken, die Elektrizität in der Luft, das tiefe Grollen und die plötzliche Entladung, für mich gibt es kaum etwas Faszinierenderes.

Vielleicht liegt das an meinem Beruf als Erdkundelehrerin und an der großen Liebe zu meinem Fach: Man merkt, dass die Natur diesen Moment dann ganz dringend braucht.

Die Atmosphäre vor dem Knall

Es gibt diesen einen Punkt, an dem die Luft so gesättigt und unheilschwanger ist, dass sie fast stillsteht. Beobachtet mal die Bäume. Ihre Blätter drehen sich um und zeigen mit der Unterseite nach oben, das macht diese besondere Farbe und auch das besondere Licht vor dem Gewitter aus. Die Vögel sind still, alles wirkt wie ausgelöscht. In der Meteorologie ist das der Moment vor der Druckentladung. Ich liebe dieses Gefühl sehr, aber es ist auch beängstigend.

Was haben Gewitter mit Beziehungen zu tun?

Naja, es ist die gleiche Situation. Wir alle kennen dieses drückende Gefühl: Die Luft ist dick, Worte werden auf die Goldwaage gelegt und unter der Oberfläche brodelt es. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.

In der Psychologie wie in der Natur gilt: Manchmal braucht es ein kräftiges Gewitter, um die Schwüle zu vertreiben und den Boden für etwas Neues vorzubereiten. In unseren Beziehungen ist es genauso. Wir spüren, dass etwas nicht stimmt, die Spannung ist förmlich greifbar. Als jemand, der Gewitter liebt, weiß ich: Das ist eigentlich gar kein Grund zur Panik. Es ist das Zeichen, dass eine Veränderung bevorsteht. Dass Dinge sich neu sortieren und gereinigt wieder zum Vorschein kommen.

Das Gewitter als Chance

Ein reinigendes Gewitter ist kein bloßer Streit. Es ist der Moment, in dem Unausgesprochenes endlich mal Raum bekommt. Wenn wir Emotionen zu lange unterdrücken, vergiften sie die Atmosphäre. Ein offener Ausbruch, respektvoll (muss man hinkriegen!), aber ehrlich, wirkt wie ein Ventil. Es bricht die festgefahrenen Strukturen auf und zwingt uns dazu, hinzusehen statt wegzusehen und uns mit der Schwüle auseinanderzusetzen.

Wenn die Natur aufatmet

Beobachte mal, wie die Natur reagiert, wenn dann auf einmal der Regen fällt. Aller Staub wird weggewaschen, die Pflanzen richten sich auf und der Duft nach dem Sturm – Petrichor – ist der Inbegriff von Frische und Neuanfang.

Die Kunst der klärenden Gespräche

Nach dem Donner folgt die Stille, da liegt jetzt die eigentliche Arbeit. Klärende Gespräche sind das Fundament für langfristiges Vertrauen. Dabei geht es aber nicht darum, Recht zu haben, sondern darum:

  • Perspektivwechsel: Wie hat der andere die Situation erlebt?
  • Bedürfnisse formulieren: Was hat in der letzten Zeit gefehlt?
  • Altlasten entsorgen: Welche Missverständnisse können wir hier und jetzt begraben?

Kommunikation als Sauerstoff

Kommunikation ist der Sauerstoff jeder Beziehung. Ohne sie ersticken Verbindung und Nähe. Wer lernt, rechtzeitig zu sprechen, verhindert, dass aus kleinen Wolken ein zerstörerischer Hurrikan wird, der alles wegfegt und nichts als Leere zurücklässt. Klare Worte sind am Anfang vielleicht unangenehm, aber sie sind der einzige Weg zu echter Harmonie.

Denn genau diesen Effekt haben solche Gespräche. Wenn wir den Mut zum „reinigenden Gewitter“ haben, bricht die aufgestaute Energie auf. Kommunikation wirkt dann wie der lang ersehnte Regen auf ausgetrockneten Boden, sie reinigt vom Staub und angestauter Energie und bringt neues Wachstum.

Kommunikation ist unsere Atmosphäre

Wir leben in einem sozialen Ökosystem. Ohne Austausch, ohne Reibung und ohne die anschließende Klärung würde die Luft irgendwann unerträglich eng und belastend werden. Ohne Entladung gibt es kein Gleichgewicht.

Lass uns also keine Angst vor dem Donner haben. Er ist lediglich das Vorzeichen für die Klarheit, die darauf folgt.

Und ein bisschen im Regen tanzen schadet nie, ist gut für’s Herz.❤️

Ich wünsche dir ganz viel schönes Tanzen im Regen,

Eva

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Eva

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Ursprünglich war der Blog als kleines Extra gedacht – als Begleiter zu meinem Shop, eigentlich nur als Blick hinter die Kulissen meiner Arbeit. Ein Ort für Geschichten aus dem Studio, Einblicke ins Töpferhandwerk, Tipps zur Dekoration mit handgemachter Keramik und kleine Styling-Ideen für Hochzeiten, Feste und Herzensmomente.

Aber wie das so ist mit Herzensdingen: Sie wachsen, wenn man sie lässt.

Mittlerweile ist on an appletree mehr als nur ein Werkstatt-Tagebuch. Hier gibt es Gedanken über den Alltag als small business owner, Erlebnisse mit Kund*innen, kleine Zwischenrufe aus der Kategorie Zwischentöne – für alles, was sich zwischen den Zeilen abspielt: zwischen Beruf und Berufung, zwischen Kreativität und Kapitalismus, zwischen Überforderung und Euphorie.

Ich habe den Blog einmal komplett auf Null gesetzt – damit er mehr Raum bekommt. Mehr Übersicht. Mehr Möglichkeiten, auch für euch, euch durchzuklicken, zu stöbern und zu entdecken und mehr Möglichkeiten, dass wir in Kontakt bleiben können.

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