Manchmal fehlt uns die Kraft und jedes Wort wirft uns aus der Bahn. Warum solche Tage wichtig sind und wie wir neue Sterne am Himmel sehen.
Wenn das Schwimmen schwerfällt
Es gibt diese Tage, an denen wir bemüht schwimmen. Wir halten uns einfach nur mühsam über Wasser, bewegen Arme und Beine, atmen stoßweise und hoffen, dass die Wellen nicht noch höher werden und uns unter sich begraben. An solchen Tagen reicht manchmal ein einziges Wort, eine beiläufige Bemerkung, um uns komplett aus dem Takt zu bringen. Oft gar nicht böse gemeint. Und doch fühlt es sich an, als würde uns der Boden unter den Füßen weggezogen. Wir verlieren die Kraft. Wir verlieren uns. Alles ist plötzlich falsch und zu viel..
Sterne in dunklen Nächten
Und trotzdem … irgendwie schwimmen wir weiter. Manchmal bleibt das komplett ganz unbemerkt, auch wenn es schwer ist, auch wenn wir uns selbst kaum noch spüren.
„It is often in the darkest skies that we see the brightest stars.“
Richard Paul Evans
Vielleicht stimmt das: Wir erkennen unser eigenes Licht erst dann, wenn alles andere verschwindet. Wenn es dunkel wird, leuchtet etwas in uns, das stärker ist, als wir dachten. Für mich ist das eine der größten Chancen.
Stürme, die uns formen
Stürmische Zeiten reißen uns heraus aus unserer Komfortzone. Sie wirbeln Träumeauf, die längst am Boden lagen (ach, ich liebe diesen Spruch…) . S ie konfrontieren uns mit Fragen, die wir ganz sicher viel zu lange überhört haben. Leider wirbeln sie auch oft genug Ängste auf, die wir schon lange erfolgreich unter den Teppich gekehrt hatten.
Aber gerade diese Stürme zeigen uns, dass wir standhalten können. Dass wir nicht zerbrechen, sondern wachsen. Nicht, weil es leicht wäre. Sondern weil wir bleiben. Und weil wir weitermachen.
Wenn Schwäche ihre ganz eigene Kraft zeigt
Wir kennen die Ursachen, die uns schwächen: Erschöpfung, die uns lähmt. Sensibilität, die uns verletzlich macht. Überforderung, die alles laut und chaotisch werden lässt. Erfahrungen, die verhindern, dass wir unbeschwert und vertrauensvoll sein könnne.
Doch vielleicht liegt darin auch ein Geschenk. Wer tief fühlt, kann auch tief lieben. Wer müde wird, lernt das Innehalten. Wer überfordert ist, entdeckt, was wir loslassen dürfen. Vielleicht ist Stärke genau das: Schwäche nicht zu verstecken, sondern ihr ins Gesicht zu sehen und dennoch weiterzugehen.
Kleine Rettungsringe
Manchmal sind es winzige Dinge, die uns tragen. Ein Lied, das wir schon tausendmal gehört haben und das uns doch rettet (Musik ist für mich eine der wichtigsten Sachen). Eine Tasse Kaffee, die warm in unseren Händen liegt. Ein Geruch, der uns an einen besonderen Moment erinnert. Oder ein Satz, der uns lächeln lässt: „If life gives you lemons, squeeze it in your enemy’s eyes.“
Manchmal reicht schon ein Lächeln, um nicht unterzugehen.
Unsere Stärke ist manchmal leise, aber da
Innere Stärke ist nicht dramatisch. Sie ist kein Feuerwerk und auch kein lauter Triumph. Sie ist das lautlose „Irgendo hier bin ich noch!“. Sie ist der nächste Atemzug, das Aufstehen am Morgen, der Blick hinauf in den Himmel.
Vielleicht ist Stärke nicht das Gegenteil von Schwäche. Vielleicht ist sie beides zugleich: das Zulassen von Tränen und das Wissen, dass wir nicht verschwinden.
Wir bleiben. Wir schwimmen. Wir finden uns wieder. Und inmitten aller Dunkelheit entdecken wir Sterne, die nur wir sehen können – hell, unerschütterlich, in uns selbst.
Es ist wieder einer dieser Texte, die ich ohne Bilder lasse, weil der Inhalt einfach für sich selbst steht.
eva






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